Montag, 2. November 2015

Review: Elisabeth I.






Als letztes Spiel unter dem ursprünglichen Firmennamen Ascon wurde Elisabeth I. im Juni 1996 (endlich) veröffentlicht. Bereits im Frühjahr 1993 wurde dieses Spiel direkt nach der Veröffentlichung des Patriziers als weitere historische Wirtschaftssimulation angekündigt. 

Elisabeth spielt Mitte des 16. Jahrhunderts und war eine grafisch sehr hübsche Simulation (naja, die Bilder wären 1993 bestimmt noch schöner anzusehen), die zu Beginn auch für den Amiga vorgesehen war. Ergänzend zu der guten Simulation gab es einige Missionen zu erfüllen, wobei die Rahmengeschichte mit kurzen, kleinen Videos echter Schauspieler erzählt wurde. Auch hier war die Spielzeit begrenzt, denn bis zum Angriff der spanischen Armada auf England im Jahre 1588 musste man das Spielziel erreicht haben: Erster Berater der Königin zu sein. 

Der Autor des C64-Spiels Hanse, Ralf Glau, war an diesem Spiel beteiligt, was zumindest für reichlich Vorschußlorbeeren sorgte.Das Besondere an diesem Spiel ist, dass man neben dem bei fast jedem Ascaron-Spiel notwendigen Handelsgeschick nun auch noch ein wenig Piratenkönnen zeigen muss.


Leider war Elisabeth in der Releaseversion unspielbar, da durch einen nicht rechtzeitig (sic!) entdeckten Bug in einem Quest dieser nicht lösbar war. Natürlich wurde der entsprechende Patch sehr schnell nachgeliefert, aber dem Ruf war das alles andere als zuträglich. Zumal das Spiel ja nun mindestens drei Jahre mehr Entwicklungszeit auf dem Buckel hatte, als ursprünglich angekündigt. Daneben gab es noch ein paar mehr Ungereimtheiten im Spiel, wie vertauschte Grafiken oder unausgewogene Reaktionen auf Handlungen des Spielers.Dennoch war die Presse von diesem "Patrizier Reloaded" recht angetan, die PC Games vergab sogar 79%.

Auch das Handbuch verdiente noch den Namen: Neben der Erläuterung der Bedienung des Spieles war die Hälfte des Heftes für eine ausführliche geschichtliche Erläuterung der damaligen Zeit reserviert. Ein netter Mehrwert, von dem sich so mancher Hersteller heute noch eine Scheibe abschneiden könnte.

Das Spiel wurde auch ins Englische und ins Französische übersetzt: Analog zum Spitznamen von Elisabeth I. wurde das Spiel in England unter "Gloriana" vertrieben.

Fazit: Ein Anspielen ist es allemal wert, wer aber tatsächlich Wert auf eine ausgereifte Handelssimulation liegt, sollte sich den Patrizier 2 holen. Die Videosequenzen sind jedoch immer mal einen Lacher wert - und wer genau aufpasst, kann Mario Endlich als Statisten entdecken.

Zahlen / Daten / Fakten:

Name: Elisabeth I.
Genre: Historische Wirtschaftssimulation
Erscheinungsdatum: Juni 1996
Systeme: PC (Amiga während der Entwicklung eingestellt)
Beteiligte (Auswahl): Ralf Glau, Frank Guntenhöner, Andreas Hancock, Jörg Laurien, Dirk Schulz, Celal Kandemiroglu, Christiane Pfeifer, Dag Winderlich
Projektleitung: Frank Guntenhöner

Idee / Konzept: Ralf Glau, Frank Guntenhöner

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